September

Der fängt ja gut an!

In den Regalen stapeln sich schon die weihnachtlichen Lebkuchen, noch bevor die orangelastige Helloweendeko aufgebaut wurde – irgendwie überholen sich die Jahreszeiten und Festtage gegenseitig, verschlingen und überschneiden sich, Schultüten und Allerheiligengrablichter, zum halben Preis, nur heute, jetzt kaufen. Dazu wollen sie uns unbedingt eine Butterkrise einreden, da halte ich es aber mit Marie Antoinette und werde, so es keine Butter mehr gibt, einfach Schlagobers kaufen.

All dies beunruhigt mich in etwa genauso wie die Hitze im Sommer – also gar nicht. Allerdings muss ich mich schon ein wenig wundern – noch ist September, aber  fehlgeleitete Fliegen brummeln bei jeder Gelegenheit husch husch in mein Häuschen, sumsen planlos immer lauter werdend gegen meine Fenster, sekkieren den Hund, der es inzwischen gelangweilt ablehnt auch nur die Augen zu öffnen, wenn diese Ungeheuer ungefähr die Lautstärke einer Autorallye entwickeln während sie ihn umkreisen.

Wobei der Hund ein Mädchen, also die, ist. Die Hund. „Die Hund hat sich damit abgefunden, überflogen zu werden.“
(Eh, Kinders, schreibt das mal, wenn ihr einen Satz mit „Hund“ und „gefunden“ als Hausaufgabe erfinden sollt!)

Also, Herr der Fliegen, sag mal den Deinen sie sollen bis mindestens Oktober draußen bleiben – das ist durchaus zumutbar, wer trotz dieser Warnung reinkommt macht mit der Klatsche Bekanntschaft!

Sonst aber geht’s mir gut, danke der Nachfrage.
Wenn mir fad ist, spiel ich Tiefkühlbingo oder überlege, wen zur Hölle ich demnächst wählen werde.

Oder, noch besser, ich hol mir bei unserem hochgeehrten Lieblingsbäcker zwei, drei Kipferl zur Jause, lasse diese und jene Flugmonster fliegen,  rette mit einem Tröpfchen Honig die guten Hummeln und lege zufällig  ausgegrabene Würmer sorgfältig in den Kompost zurück.

Denn  die meisten Tierchen mag ich eh.