Fastenzeit!

Schluss mit Jubel, Trubel und Verkleidung! Jetzt wieder hopp in die Alltagsschürzen und mindestens auf eine Sache verzichten – ob Zigaretten oder Alkohol, Zucker oder Fleisch – jeder hat so seine Vorsätze für die Fastenzeit, und die Eine oder Andere geht, so wie ich, sehr tief in sich und überlegt, das allgemeine überstürzte Klamottenkaufen etwas zu reduzieren. Unsere letzte Hausaufgabe war ja, Fehlkäufe aus dem Kleiderschrank zu suchen und anzulegen – denn die letzte Sitzung fand noch im Fasching statt und von daher war das ganz passend.
Also erschienen wir – ich in dem wirklich wunderschönen Kleid, für das ich nicht nur 20 kg zunehmen, sondern auch noch 20 cm schrumpfen muss. Ich hebe es aber trotzdem weiter auf, frau weiß ja nie!
Susi in ihrer Schlabberbluse, die sich nach dem Spontankauf dann als etwas ganz anderes mit interessantem Knopf an einer – nunja, spannenden – Stelle entpuppte, Zabines Weihnachtskleid aus unangreifbar ekelhaftem Material (aus dem Internet, ehklar), Michaels maßgeschneiderter Taucheranzug – leider auf seine verflossene Jugendfigur zugeschnitten, Fritzi in den so genannten „Kopfschußstiefeln“, die sie nach der Hüft-Op, noch mit Krücken ins Geschäft humpelnd, erstanden hat und auch noch nie getragen – es war wirklich sehenswert! Dann kam noch die kleine Susi, sie hatte gleich alles was sie nie trägt an, vom Gummistiefel bis zu den Netzhandschuhen inklusive Wischmoppfrisur, ein Knaller in allen Farben!
Gabi zeigte ein hellgrünes Schreckjäckchen, weigerte sich aber standhaft sich als Frosch zu verkleiden, Sylvia andererseits legte die Kleiderschürze beherzt ab um den darunter hochkriechenden Schlauchrock zu zeigen, der sich innerhalb von Sekunden nach dem Zurechtzupfen wieder zu einem Röllchen zusammenzieht, ein Kleidungsstück mit großem Spaßfaktor und nur sehr bedingt für den Einsatz außer Haus geeignet. Andrea schwenkte eine Art Prinzessinnengürtel, sehr geeignet für den Urlaub im Harem – schmal und viel Glitzerkram, auch als Haarreifen einsetzbar, wie der den Weg in ihren Schrank fand hab ich schon wieder vergessen, so geblendet war ich von dem Teil, sofort entstand ein Bild vor meinen Augen, in dem sie auch Pluderhosen und glitzi  Bauchkettchen trug, auf einem Plüschpolster lag und Omar Sharif über sie gebeugt bedauerte, sie leider nicht freilassen zu können, denn wer einmal im Harem ist...Verzeihung, das war jetzt nur eine Art Film im Kopf.

Zurück zu den Schürzen und meinem Leben:
Hilde hatte die Schürze des Grauens aus ihrer Kindheit gefunden und mitgebracht – da ging der Kauf wohl auf ihre Mutter zurück und für Klein-Hilde blieb das „Fehl“ - sie musste dieses Teil zu oft tragen. (ohne irgendwann je Omar Sharif zu begegnen)
Sabine war auch da, aber ich glaube, sie hatte keine Hausaufgabe gemacht, denn bei ihr waren wie immer nicht nur die Haare schön, sondern auch sie alser ganzer. Kein Fleißsternchen für dich, Sabine! Aber dafür ein „Superschaustausheute!“ was ja auch nicht schlecht ist.
Tja, die Präsidentin hat diese Flammenzungenschuhe, die sie erstens größer machen weil sie Plateauschuhe sind, zweitens gefährlich, weil sie schwer und mit Stahlkappen ausgestattet sind, und drittens kann sie sie nur anziehen, wenn die Füßchen vorher ein paar Stunden tiefgekühlt werden, und zum herausschlüpfen braucht sie dann ein Brecheisen und einen unerschrockenen, starken Helfer. Von daher also ein typischer Fall von Fehlkauf, der aber auf mein Konto geht, denn mir gefielen die Flammenzungen so sehr, dass ich die Schuhe ungeachtet der geringen Größe kaufen und ihr schenken musste. Und sie trug sie dann gar nicht. Schad.

Ja, und nun – Fastenzeit. Wir kaufen vierzig Tage nix so Tolles mehr – irgendwie auch schade. Also wir kaufen nur noch Dinge die uns passen, die wir un-be-dingt brauchen oder die im Superdupersonderangebot....
also, ich glaube, wir machen vielleicht  nächstens wieder irgendwann eine Fehlkauf-Hausaufgabe, und dafür kauf ich mir schnell noch diese Leggings mit dem Totenschädelaufdruck...